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Tataaa: Unsere fünf Finalisten 2019 16.07.2019

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Sie kommen aus Deutschland, Dänemark und England und haben spannende drei Monate vor sich: Die Start-ups EasyCorrect, Jellybooks, MitmalFilm, QualiFiction und Varia nehmen am diesjährigen CONTENTshift-Accelerator teil. Wir gratulieren den Finalisten sehr herzlich zur Nominierung! Hier die diesjährigen Geschäftsideen im Schnelldurchlauf:

EasyCorrect: Lehren und lernen leicht gemacht

Jacob Gadegaard von EasyCorrect

EasyCorrect ist ein Start-up mit Sitz in Kopenhagen: Insgesamt 14 Mitarbeiter mit sieben verschiedenen Nationalitäten widmen sich dort der Vision, das schulische Feedbackgeben von Lehrkräften und damit auch das Lernen von Schülern grundlegend zu verbessern. „Wir bieten eine modulare Online-Plattform namens Edword an, mit deren Hilfe Lehrkräfte schriftliche Aufgaben organisieren und Schülern Feedback geben können, denn das Feedback zu schriftlichen Aufgaben ist eine der wichtigsten Lerntechniken und eine der zeitaufwändigsten Aufgaben für Lehrer“, erklärt Niels Henrik Josiassen sein Geschäftsmodell.
Grundschulen, weiterführende Schulen, Hochschulen und Universitäten nutzen Edword bereits und zahlen dafür eine von der Schüleranzahl abhängige jährliche Lizenzgebühr. „Ziel unserer Lösung ist vor allem, beim Lernen und Korrigieren den Fokus nicht mehr auf Fehler zu richten, sondern einen Weg aufzuzeigen, was die Schülerinnen und Schüler besser machen können“, so Josiassen. Edword bietet sowohl Lehrern als auch Schülern Vorteile: „Lehrkräfte können in kurzer Zeit ein qualitativ hochwertiges Feedback geben und Schüler werden von passiven Empfängern zu aktiven Feedbacklernern “, beschreibt Gründer Niels Henrik Josiassen die Vorteile seines Geschäftsmodells. Mit dem CONTENTshift-ccelerator möchte das Start-up in Deutschland stärker Fuß fassen. „Wir haben mehrere Pilotschulen in Deutschland und freuen uns, hier weitere Kontakte zu knüpfen“, so Josiassen.

Jellybooks: Leser unter der Lupe

Andrew Rhomberg von Jellybooks

Licht ins Dunkel rund um das Leseverhalten von Testlesern zu bringen – das ist die Aufgabe des englischen Start-ups Jellybooks. „Der Leser ist eine Art Black Box: Kein Mensch weiß, wie er wirklich liest. Liest er einen Text auf einmal durch oder macht er Pausen und wenn ja: wann? Liest er das Buch überhaupt fertig?“, schildert Gründer Andrew Rhomberg das Problem, auf das er mit Jellybooks eine Antwort gefunden hat. Auch die adäquate Länge von Leseproben sei Verlagen nicht bekannt oder Art und Betriebssystem von verwendeten Lesegeräten. Im Auftrag von Verlagen und Autoren organisiert das Start-up Testlesekampagnen und stellt Lesern kostenlose E-Books für den Erhalt von Lesedaten zur Verfügung. Das Ziel: Mit den gewonnenen Daten die Buchwerbung zu optimieren und das erreichbare Publikum mit minimalem Aufwand zu erweitern. Am CONTENTshift-Accelerator nimmt das Start-up mit einem neuen Projekt teil: dem Cloud-Reader. „Mit dem Cloud Reader braucht der Leser nur einen einzigen Klick und er ist z.B. von seiner Facebook-Seite oder seinem Instagram-Account aus mitten in der Leseprobe. Er muss nichts herunterladen und braucht keine App“, erklärt Rhomberg. Mit Hilfe der integrierten Analyse können Publisher Einblicke in jeden Berührungspunkt des Käufers von der Entdeckung bis zum Kauf des Buches gewinnen. „Wir merken schon jetzt, dass das für viele Verlage interessant ist.“

Mitmalfilm: Die Trickfilm-Interaktion

Uli Seis von mitmalfilm

Mitmalfilm wurde erst im Frühjahr 2019 gegründet und ist damit das jüngste teilnehmende Start-up des Jahres. Ziel des Projekts ist es, eine Brücke zwischen Trickfilm und Buch zu schlagen. „Kinder sind fasziniert vom Bewegtbild und können stundenlang Trickfilme gucken“, erklärt der Mediengestalter Ulrich Seis seine Geschäftsidee. Mit dem „Mitmalfilm“ will er Kinder aus der passiven Konsumentenrolle in eine aktive und kreative Beteiligung holen. „Wir haben eine App mit speziell gestaltetem Mitmalbuch entwickelt, das Malvorlagen für Kinder zwischen vier und sieben Jahren enthält“, erklärt er. Diese Vorlagen können bemalt und anschließend mit der Mitmalfilm-App auf dem Handy gescannt werden. „Die von den Kindern gemalten Bilder dienen als individueller Hintergrund für die von uns professionell produzierten Trickfilme“, so Seis. Der Einstieg für die Kinder sei leicht, da es für die erste Episode genüge, eine einzige Malvorlage zu bemalen. „Die Zahlungsbereitschaft für Kinderbücher ist nach wie vor hoch. Der Mitmalfilm ist eine echte Neuheit und hat unserer Meinung nach ein großes Marktpotenzial“, so Seis. „Wer Interesse hat, kann das Prozedere ganz einfach ausprobieren – die Beta-Version des Mitmalfilms steht unter beta.mitmalfilm.de online, Benutzernamen und Passwort teilen wir bei Interesse gern mit“.

QualiFiction: Die Bestseller-Voraussage

Gesa Schöning von QualiFiction

Das Versprechen des Hamburger Start-ups QualiFiction ist groß: Innerhalb von 60 Sekunden will es das ökonomische Erfolgspotenzial eines belletristischen Textes voraussagen können, und zwar mit Hilfe der KI-Software LiSA. Das Procedere für den Nutzer – in erster Linie Verlage und Autoren – ist einfach: Er lädt den Text verschlüsselt direkt in die QualiFiction-Cloud, eine Minute später stehen Analysefeedback und Hinweise zur Bestsellertauglichkeit des Textes zur Verfügung. Die Trefferquote liegt laut Gründerin Gesa Schöning bei 78%. „Insgesamt wurden fast 40.000 Texte, zusammen mit deren Abverkaufszahlen, als Trainingsmaterial eingespeist“, erklärt die Hamburgerin. Die Resonanz sei groß: „Wir bekommen viel Zuspruch, sowohl von Autoren, die innerhalb weniger Sekunden etwas über die Stärken und Schwächen ihres Textes erkennen, als auch von Verlagen, die schnell prüfen können, ob ein Titel ins aktuelle Programm passt“. LiSA analysiert die Texte auf Basis von KI und erkennt in ihnen Muster. Visualisiert werden u.a. Thematik, Charaktere, Stil, Exklusivität und Stimmungsverlauf. Acht Verlage und über 300 Autoren nutzen die Software derzeit bei steigender Nachfrage. Ziel sei es nun, Investoren zu finden, die nächste Schritte ermöglichen.

Varia: Sprung aus der Filterblase

Georg Horn von Varia

Das Münchner Start-up Varia hat sich ein hohes Ziel gesetzt: Mit Hilfe einer KI- und NLP-basierten Content-Plattform will es das Verlassen von Filterblasen im Netz ermöglichen. „Wir sind eine Art Suchmaschine. Wer Interesse an einem Thema hat, kann mit Varia nicht nur Artikel zu diesem Thema recherchieren, sondern er erhält anhand von Schlagwörtern auch eine Bewertung darüber, wie sich die Perspektiven der Artikel auf das Thema unterscheiden“, fasst der Mit-Gründer Georg Horn zusammen. „Perspectives as a service“ nennt er das Angebot seines Start-ups. Horn hat Varia 2018 gegründet, mit dem derzeitigen Status Quo ist er zufrieden: Die Alphaversion für den B2C-Bereich ist zu Testzwecken auf der Website des Unternehmens online, eine Zusammenarbeit mit einem deutschen Automobilkonzern läuft derzeit an, im Herbst starten erste Verlagskooperationen. Die Zielgruppe des Start-ups sei breit, so der Gründer: „Wir sind überzeugt, dass Journalisten, Verlagshäuser, Industrieunternehmen und tatsächlich auch sonst jeder News-Leser Interesse daran haben dürfte, die unterschiedlichen Perspektiven auf ein Thema schnell zu erfassen. Und wir erhalten auch die entsprechende Resonanz aus dem Markt, aus unseren User-Tests“, so Horn.

In den nächsten drei Monaten haben die fünf Nominierten viel zu tun: Sie nehmen an Coachings und einem gemeinsamen Workshop-Wochenende teil und können sich auf viele spannende Gespräche freuen. Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober entscheidet sich dann, welches Gründerteam die Jury zum Content-Start-up des Jahres 2019 kürt. Wir drücken allen Nominierten die Daumen!

Text: Christiane Petersen
Fotos: Kevin Schmitz


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